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Lebenslauf als bildender Künstler

bildender Künstler

Eckart Haupt stammt aus der sächsischen und niederschlesischen Oberlausitz. Geboren wurde er 1945 in Zittau, aufgewachsen ist er in Görlitz/Neiße, wo er die wichtigsten Anregungen für sein späteres Leben erhielt, aufmerksam von seinen wissenschaftlich wie auch künstlerisch ambitionierten Eltern begleitet und gefördert.

Ursprünglich hatte Eckart Haupt Arzt werden wollen. Durch einen glücklichen Zufall wandte er sich jedoch ganz der Musik zu. Nach Stationen in Dessau und Berlin sowie 11 Jahren als Soloflötist der Dresdner Philharmonie ist er heute Soloflötist der berühmten Staatskapelle Dresden und zählt als Solist weltweit zu den führenden Vertretern seines Faches.

Erste bildnerische Versuche im Elternhaus. Später ermutigte ihn der Schriftsteller Ludwig Renn, neben dem Musizieren auch  zu zeichnen.

Zwischen 1970 und 1988 war Haupt mit seiner Familie viele Sommer auf der Insel Rügen zur Sommerfrische. In dieser Zeit entstand eine Reihe von Blättern in Fettkreide.

Seit Anfang der 90er Jahre führt Haupt auf seinen musikalischen Kunstreisen und während der Urlaubszeit ständig das Skizzenbuch bei sich und hält seine Reiseeindrücke mit Feder, Bleistift, Japantusche oder Kugelschreiber fest und verarbeitet die Anregungen seines Freundes, des Architekten Peter Albert (Dresden), dem er entscheidende Anregungen beim Fassadenzeichnen und auch im freien Gelände verdankt.

 

Gemeinschaftsausstellungen:

1998 Pulsnitz (mit Johanna Mittag)

Semperoper Dresden (mit Johanna Mittag und Bernward Gruner)

1999 Celle (mit Johanna Mittag).

 

Einzelausstellungen:

1999 Graupa bei Dresden (Richard-Wagner-Museum) Einzelausstellung

2000 Pirna Stadtsparkasse Einzelausstellung

2001 Neues Gleim-Haus Halberstadt Einzelausstellung

2001/02 Ausstellung  Musikschule Görlitz Einzelausstellung

2002 Reisebüro "Ferieninsel" Grafik der 90er Jahre Einzelausstellung

20023 Tokyo - Nakano Ev.-Luth. Kirche Momozono Einzelausstellung

2003 Jena Schiller-Universität Institut für Biochemie Kleine Galerie Einzelausstellung

2003 Zgorzelec Dom Kultury (ehem. Rumeshalle) mit Gerd Michael (Görlitz)   

2004 Dresden-Freital Stadtsparkasse Einzelausstellung

2004 Wittenberg Lutherstadt Malschule des Cranach-Hauses Einzelausstellung

2004 Dresden Steuerkanzlei Müller-Greven Einzelausstellung

2004 Dresden Carl-Marian-von-Weber-Gmnasium (Spezialschule für Musik Dresden) Einzelausstellung

2005 Wroclaw "Haus der Freunde von Wroclaw" Einzelausstellung, Musikhochschule Rostock Einzelausstellung, Schloß Rammenau Einzelausstellung, Görlitz "Art, Glass, Else" Untermarkt Einzelausstellung

2006 Wroclaw "Haus der Freunde von Wroclaw" Wiederholungsausstellung, Halle/Saale Institut für Pflanzenbiologie beim Leibniz-Institut Einzelausstellung

2011 Colditz Schloß Landesmusikakademie Einzelausstellung

2012 Dresden Meisterwerkstatt für Holzblasinstrumente Ulrike Weller Einzelausstellung, geplant: Radeberg Schloß Klippenstein Einzelausstellung

 

 

HAUPTsache Kunst

Impressioni Meditarranee

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Ausstellungseröffnung in der Filiale Freital-Potschappel der

Ostsächsischen Sparkasse Dresden

am 25. September 2004

In meinem Arbeitszimmer hängt eine Ansicht von Venedig, der „Blick zur Kirche San Giorgio Maggiore“, gemalt am 25. 07. 1999 – ein Geschenk von Eckart Haupt anläßlich unserer 1. gemeinsamen Ausstellung in der Sparkasse Pirna.

An diesem Bild erfreue ich mich jeden Tag, weckt es doch Erinnerungen in zweifacher Hinsicht: an die wundervolle gemeinsame Arbeit mit Eckart Haupt und an meine eigene Venedig-Reise mit  Freunden des Pirnaer Kunstvereins CANALETTO FORUM anläßlich der großen Canaletto-Ausstellung in Venedig im Jahre 2001.

Persönliche Kontakte zu E. Haupt bestehen jedoch schon seit den Jahren zuvor, als er gern gesehener Gast des damaligen Pirnaer Sinfonieorchesters war und in den Zeiten struktureller Neuordnungen zahlreiche Benefizkonzerte zum Erhalt dieses traditionsreichen Klangkörpers gab.

Es ist für mich immer wieder ein großes Glück, auf Menschen wie E. Haupt zu treffen.

Zum Glück bringt mein Beruf viele solcher unvergeßlichen Begegnungen mit sich – aber diese ist eine besondere.

E. Haupt ist ein begnadeter Musiker, dem die Konzertsäle der Welt offen stehen.

Erst vor wenigen Tagen kehrte er von erfolgreichen Gastspielen mit der Dresdner Staatskapelle aus der Schweiz und Irland zurück.

Dabei ist er ein Mensch geblieben, der sich über die schönen Kleinigkeiten des Lebens so aus tiefster Seele freuen und sie bestaunen kann. Wer kann das heute noch von sich behaupten ?

Und: Eckart Haupt ist keineswegs ein weltabgewandter gesellschafts-indifferenter Sonderling, der über den Wolken schwebt und die Realität unter sich brodeln läßt, sondern geprägt von tiefem Gerechtigkeitsempfinden.

Er ist ein Mensch, der dies aber nicht nur empfindet, sondern auch öffentlich artikuliert.

Geboren 1945 in Zittau, aufgewachsen in Görlitz, wollte er ursprünglich Arzt werden.

Durch einen glücklichen Zufall wandte er sich der Musik zu und wurde an den Musikhochschulen Dresden und Leipzig ausgebildet.

1970 engagierte ihn Kurt Masur als Soloflötist der Dresdner Philharmoniker.

1981 folgte er einem Ruf Herbert Blomstedts an die Dresdner Staatskapelle, wo er noch heute als Soloflötist  tätig ist.

Prof. Eckart Haupt zählt zu den führenden Vertretern seines Fachs weltweit.

Erste zeichnerische Versuche unternahm er bereits im Elternhaus. Vom Schriftsteller  Ludwig Renn wurde er ermutigt, neben dem Musizieren weiter zu zeichnen.

Zwischen 1970 und 1988 entstand eine Reihe von Blättern in Fettkreide mit Motiven der Insel Rügen.

Seit Anfang der 90er Jahre führt E. Haupt bei seinen Konzertreisen ständig sein Skizzenbuch bei sich und hält mit Feder, Bleistift oder Kugelschreiber seine Reiseeindrücke fest.

Seine neuesten Blätter sind nun hier in Freital zu sehen, gewissermaßen noch taufrisch, sind sie doch alle im Urlaub des vergangenen Sommers entstanden.

Mit viel Einfühlungsvermögen hat der Künstler Tagesstimmungen und Wetterlagen ( Nebel, Morgensonne, gleißende Mittagssonne, Herbststimmung ) eingefangen.

Erstmals hat sich E. Haupt ans Aquarellieren gewagt. Hier gibt es kein Retuschieren, jeder Pinselstrich muss sitzen. Das setzt genaue Beobachtung voraus und das Vermögen zur Abstraktion, das Talent, Wesentliches vom Unwesentlichen zu unterscheiden.

Die Bilder sind durchdrungen von der warmen Sommersonne des Südens und bringen dieses Wonnegefühl des „dolce vita“ Italiens mit in das rauhe Freital.

Was treibt einen doch so ruhelosen Menschen, der von Berufs wegen von einem Termin zum anderen eilt dazu, in den Tagen der Zäsur zwischen zwei Spielzeiten, auf Konzertreisen und an anderen freien Tagen zu derartiger Beschäftigung ? Wo doch heute alle Welt im Urlaub nur noch auf den Auslöser der Digitalkamera drückt und – wenn überhaupt – erst zu Hause bei Auswertung der Fotos das sieht, was man im Urlaub an Details eigentlich hätte wahrnehmen können ??

Was ist nötig für diese Form des „Sich-Auseinandersetzens“ mit seiner Umwelt ?

 

-        ein Zwang zur inneren Ruhe

-        der feste Wille, aus der Hektik des Tagesgeschäftes auszusteigen und sich (nach Fritz Reheis) zu „entschleunigen“ 1)

-        in die Schönheiten der Umgebung und des Augenblicks mit ganzer Seele einzutauchen, zu versinken

-        ein geschärfter Blick für das Wesentliche

-        die Kunst des Abstrahierens, der Wille, Unwichtiges vom Wichtigen zu unterscheiden

-        eine geschickte, geschulte Hand

Und: Eine Frau, die all das erträgt und mit ihrem Mann teilt, sich in Geduld übt, während er – in sich versunken – ein neues, kleines Kunstwerk schafft, das den Augenblick überdauern wird.

Was sagte doch einst ein kluger Mensch ?

„Hinter jedem Mann, der Erfolg hat, steht mindestens eine starke Frau, die ihm dies ermöglicht. Hinter jeder Frau, die den Erfolg sucht, stehen mindestens zwei Männer, die versuchen, sie davon abzuhalten !“

Aber zurück zur „Entschleunigung“ : Seit geraumer Zeit beschäftige nicht nur ich mich mit diesem Phänomen. Diese philosophische Bewegung ist entstanden aus dem Zwang heraus, unserer „Hochgeschwindigkeitsgesellschaft“, der immer weniger Menschen folgen können, die so viele auf der Strecke läßt, etwas entgegenzusetzen, damit sich die Psyche des Menschen wieder entsprechend der normalen „inneren Uhr“ entfalten kann.

In einer ökonomisch orientierten Sparkasse darf man schon einmal provokant die Frage stellen :

„Brauchen wir kontinuierliche Zuwächse an Produktion, Umsatz und Tempo, um überleben zu können ? Und wie lange wird das in dieser Menge und diesem Tempo gutgehen ?“

Der freie Markt und insbesondere die Dynamik des zinsgetriebenen Geldes führen viele Bereiche unseres Lebens in „Beschleunigungsfallen“, Punkte an denen Steigerung umschlägt in Entfesselung destruktiver Kräfte.

Unsere „Hochgeschwindigkeitsgesellschaft“ ist nicht mehr zukunftsfähig.

Fritz Reheis zeigt in seinem sehr empfehlenswerten Buch Möglichkeiten auf, diese unheilvolle Dynamik auszusetzen und unsere Gesellschaft zu entschleunigen.

Und genau das tut Eckart Haupt mit seiner Musik, mit seinen Bildern.

„Wo sonst“, so der Münchner Philosoph und Mitbegründer des Projektes „Ökologie der Zeit“ Manuel Schneider,“wenn nicht beim Umgang mit dem Boden, dem Wasser, den Pflanzen und Tieren, wo sonst, wenn nicht beim Vorfreude erzeugenden Kochen und genussvollen Essen, kann man noch am eigenen Leibe die Erfahrung machen : dass alles, biblisch gesprochen, >seine Zeit< hat und braucht; dass alles in der Natur >schwingt< und eine Symphonie von Rhythmen ... bildet, dass Entstehen und Vergehen, Leben und Tod eine innere und im Ganze fruchtbare, sich selbst regenerierende Einheit bilden, dass Warten nicht zeitlicher Leerlauf bedeuten muss, sondern Grundvoraussetzung allen Gedeihens ist; dass Reifungsprozesse nicht beliebig, das heißt nicht ohne Qualitätsverlust zu beschleunigen oder zu verlangsamen sind; dass es bei allem, was wir tun,auf den >rechten Augenblick< (kairos) und das rechte Zeitmaß ankommt. 2)

 

Enfacher gesagt: „Wenn man auf die Eigenzeit der Seele keine Rücksicht mehr nimmt, verliert man sich allmählich selbst, wird nur zum Vollzugsorgan außenbestimmter Ereignisfolgen. Das heißt, wer sich keine Zeit zum Nachdenken und Einfühlen in seine Innen- und Außenwelt läßt oder lassen kann, der wird zur Marionette, an deren Strippen andere ziehen. Einer solchen Marionettengesellschaft, die ihre Identität verloren hat, ergeht es wie den Insassen eines Flugzeuges, das seinen Piloten verlor und blind in den Raum hineinrast.“ 3)

 

Die Bilder Eckart Haupts leisten ihren Beitrag, uns alle diesem Prozess der Entschleunigung ein Stückchen näherzubringen. Es ist uns allen eine große Freude und Ehre, Prof. Eckart Haupt heute und hier in der Sparkassen-Filiale Freital-Potschappel mit seines neuesten Arbeiten begrüßen zu können. Die Liste der bisherigen Ausstellungen dieses agilen und umtriebigen Mannes ist – obwohl erst 1998 begonnen – bereits lang und bedeutend. Ausgehend von der Semperoper Dresden, über Celle, das Wagner-Museum in Graupa bis hin zu einer Kirche im japanischen Tokyo-Nagano schließt sich der Kreis jetzt in Freital.

 

Der Dank an Eckart Haupt sollte in Verbindung stehen mit dem Dank an die Philosophie der Sparkassen-Familie, die besagt, dass wir uns nicht  nur schlechthin als ein Institut betrachten, das Geld einnimmt und verwaltet, sondern dieses Geld im wirtschaftlichen Interesse, aber auch im Interesse der Förderung von Kunst und Kultur, von Jugend und Sport, Umwelt und sozialen Belangen nutzbringend verwendet. Davon profitieren nicht nur die Künstler – davon profitieren wir alle.

 

„Die Freiheit der Kunst ist ein Grundrecht.

Wir nehmen uns die Freiheit, sie zu fördern“. 4)

In diesem Sinne würde ich mich freuen, wenn diese Ausstellung viele interessierte Besucher fände, die sich gefangennehmen lassen von der Kunst Eckart Haupts, sich in die Schönheiten der Natur zu vertiefen, sie zu verinnerlichen und mit der ganzen Seele in sich aufzunehmen, um Kraft für neue Aufgaben zu tanken, die vor uns allen stehen. Als absolute Besonderheit im Rahmen unserer Ausstellungstätigkeit hier in Freital erleben Sie heute abend den Künstler Eckart Haupt nicht nur als Maler, sondern als virtuosen Flötisten mit seinem Ensemble, den „Dresdner Barocksolisten“, die heute und hier im Rahmen des Festival „Sandstein & Musik“ in unserer Sparkasse gastieren. Damit schlagen wir den Bogen zur Musik, von der kein Geringerer als Napoleon Bonaparte behauptete :

„Die Musik hat von allen Künsten den tiefsten Einfluss auf das Gemüt. Ein Gesetzgeber sollte sie deshalb am meisten unterstützen.“

 

Die Ostsächsische Sparkasse Dresden tut beides.

Doris Schubert Referentin Regionen-Management

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  Quellen :

1) Fritz Reheis „Entschleunigung“, Abschied vom Turbokapitalismus, Verlag Riemann, One Earth Spirit

 

2) ebenda, S. 224

 

3) ebenda, S. 156

 

4) Sparkassen-Finanzgruppe / Anzeigenwerbung